Altruismus – Warum wir helfen

Transkript

Hast du dich schonmal gefragt, warum wir einander überhaupt helfen und nicht den ganzen Tag lang total egoistisch sind? Warum wir beim Umzug von nem Kollegen oder Kumpel dabei sind, obwohl wir eigentlich echt überhaupt keinen Bock drauf haben?

Warum manche Menschen in ein brennendes Haus – , oder über eine stark befahrende Straße bei Nacht rennen um einem anderen das Leben zu retten?

Warum bringen wir uns für einen Fremden, eine Fremde in Gefahr, ohne selber einen Nutzen davon zu haben? Ist das nicht total gegen unsere Natur? Widerspricht das nicht grundlegend der Evolutionstheorie, die doch auf natürlicher Auslese beruht?

Diesen Fragen gehen wir heute nach – es geht also um Altruismus – dem selbstlosen Handeln.

Und, falls du heute eine ganz besonders liebe, selbstlose Tat machen möchtest, würde ich mich riesig darüber freuen, wenn du diesen Podcast weiterempfiehlst! Ehrlich! Das bedeutet mir wirklich viel, Danke dir!

Gehen wir jetzt also dem Altruismus auf den Grund! Mein Name ist Daniel und du hörst Wissensbisse!

Leben ist hart, richtig hart. Wir brauchen ständig Wärme, Nahrung und Schutz um den Widrigkeiten standzuhalten.

Warum sind wir so sozial und manchmal eben sogar selbstlos? Warum sticht die Biene, obwohl sie dadurch sich selbst zum Tode verdammt hat?

Eben gerade weil das Leben hart ist!

Ich mein, schau dich doch kurz selbst an. Du hast keine scharfen Zähne, wie ein Löwe nicht die Spürnase eines Wolfs, die Augen wie ein Adler oder die Schnelligkeit wie ein Gepard.

Und trotzdem bist du an der Spitze der Nahrungskette. Warum ist das so?

Na, gerade weil wir Menschen so gut zusammenarbeiten. Und zwar willentlich und auch aus Überzeugung. Ich finde, Eltern sind hier ein gutes Beispiel. Natürlich sind sie dazu veranlagt, für dich da zu sein, aber in welchem Ausmaß und wie aufopferungsvoll sie ihre Rolle ausfüllen möchten ist letztendlich ihnen überlassen.

Diese komplexe, soziale Granularität ist tatsächlich ein großes Alleinstellungsmerkmal des Menschen.

So besagt eine führende Theorie unter Wissenschaftlern, dass unsere Gehirne zu sehr gewachsen und wir so intelligent geworden sind, um unser komplexes, soziales Verhalten überhaupt abbilden zu können.

Und tatsächlich können wir die Errungenschaften unserer gesellschaftlichen Zusammenarbeit im Laufe der Geschichte immer und immer wieder erkennen. Schon Aristoteles hat gesagt: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“

Dass du jetzt im Warmen bist, oder jederzeit wieder in’s Warme gehen kannst, vielleicht gerade im Auto zur Arbeit oder zum Ausflug fährst und verhältnismäßiges sicheres und Leben hast, ist doch nur durch unser soziales Verhalten möglich.

Erst unser soziales Verhalten ermöglicht unseren Fortschritt. Keine Fabrik funktioniert nur mit ihrem Fabrikleiter, keine Bäckerei ohne Bauern und Müller, die das Mehl liefern.

Durch Einsatz unserer kollektiven Ressourcen und Erschaffung komplexer gesellschafts-Systeme, können wir mehr produzieren, als wir brauchen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, uns um die schwachen in unserer Gesellschaft zu kümmern und so für ein sicheres und positives Miteinander zu sorgen auch haben wir so Freizeit und können durch innovative Ideen und Experimente unseren Fortschritt noch beschleunigen. Ich meine, dass du diesen Podcast hier hörst, ist doch ein prima Beispiel dafür!

Und letztendlich ist Altruismus nur eben die extreme Ausführung der sozialen Zusammenarbeit. Denn wenn ich dir heute helfe, dann kann es gut sein, dass du mir morgen auch helfen wirst. Und gerade das Kollektiv profitiert durch Stabilität und Zusammenarbeit eben am meisten.
Und so ist die augenscheinliche, individuelle, Selbstlosigkeit eigentlich ein gemeinsamer Egoismus. Aber das ist okay so.

Denn während noch vor rund 70 Jahren, es sich ganz um uns Deutsche gedreht hat, geht es heute auch um uns als Europäer und vielleicht ja eines Tages, sogar um uns als Menschliche Spezies.

Und, dass das nicht nur Wunschdenken, sondern echt, ganz ehrlich realistisch ist, zeigt nicht nur die Geschichte, sondern auch die Hirnforschung.

Musik

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass das Thema Altruismus schwierig zu behandeln ist, da es auch stark von der Definition des Wortes abhängig ist. Die aufopferungsvolle Biene, die potentielle Feinde sticht, sich aber selbst damit umbringt, macht dies nicht aus freien Stücken, sondern, weil ihr Instinkt ihr das befiehlt. Aus biologischer Sicht, ist das durchaus Altruismus, aber aus psychologischer und sozio-moralischer Sicht nicht.

Aber eine Möglichkeit sich einem Thema zu nähern, ist, sich das Gegenetil genauer anzusehen, welches vielleicht etwas einfacher auszumachen ist: Psychopathen!

Psychopathen sind Menschen, die über keine, oder nur sehr geringe Empathie verfügen. Sie sind daher extrem berechnend, kalt und ohne Gewissen. Schaut man sich nun aber ihre Hirne an, wird man feststellen, dass ihre Amygdala stark unterentwickelt ist. Zum einen ist sie deutlich kleiner, bis zu 20% und zum anderen reagiert sich gar nicht, oder nur kaum auf z.B. Angst von anderen Menschen.

In sehr seltenen Fällen, fehlt die Amygdala gänzlich.

Zur Erinnerung, die Amygdala ist einer der wichtigsten Bestandteile des Gehirns und unter anderem mitverantwortlich für emotionale Erinnerungen, Angst, Liebe, Wut und Freude.

Wenn wir unsere neuen Erkenntnisse nun nehmen und uns altruistische Menschen genauer ansehen, zum Beispiel Leute, die eine Niere an einen wildfremden anderen Menschen gespendet haben, dann stellen wir schnell fest, dass sie besonders gut darin sind, Angst in anderen Personen zu erkennen und ihre Amygdala ist extrem aktiv und deutlich größer als normal.

Wenn man sich jetzt größere Datensätze ansieht, wird man feststellen, dass die Menschen in ihrer Selbstlosigkeit in einer gauß‘schen Normalverteilung aufgeteilt sind. Das bedeutet, an dem einen Ende, bei den Psychopathen, ganz wenig, dann immer mehr und in der Mitte am meisten Menschen. Eben die, die weder besonders selbstlos noch egoistisch sind und dann rechts, immer weniger, aber altruistischere Menschen.

Jetzt bleibt das aber nicht so, beziehungsweise, die Verteilung verschiebt sich langsam, Richtung mehr und mehr selbstlosem Handeln und zwar nicht nur dem eigenen Kreis, Freunde und Familie, sondern auch gegenüber fremden Menschen.

Vor hundert Jahren, wäre es absolut undenkbar gewesen, sein Blut oder Knochenmark Fremden zu spenden und heute ist das ziemlich normal.

Und vielleicht ist es in einigen Jahren ganz normal, eine Niere an jemanden zu spenden, die oder den man noch nie gesehen hat und wahrscheinlich auch nie sehen wird. Dann ist es auch normal politische Ziele zu verfolgen, die nicht nur dem eigenen Land dienen, sondern allen Ländern.

Wir, als Menschen, du und ich, aber auch wir Deutsche, wir Europäer, Eurasier, der Westen/Osten und die Weltbevölkerung, wachsen mehr und mehr zusammen. Wir lernen und wissen über die Schicksale in der Welt und möchten dazu beitragen, dass sie besser werden.

Interessanterweise führt gerade dieser Umstand auch dazu, dass wir das Gefühl haben, dass die Welt immer schlechter wird, obwohl der allgemeine Wohlstand steigt, die Kriege abnehmen und das Leid objektiv sich immer weiter verringert. DENN, wir sehen das Leid jetzt mehr, als noch vor 100 Jahren, wir wissen um Hunger und Not und wir möchten helfen und die Welt verbessern.

Und tatsächlich sehen wir von unseren Statistiken, dass jeh, reicher und wohlhabender eine Gesellschaft ist, desto sozialer sie wird: die Spenden nehmen zu, die ehrenamtliche Arbeit wird vermehrt ausgeführt und eine Hand hilft der anderen öfters.

Wir wissen auch, dass altruistisches Handeln die Hirnregionen, welche für bei Selbstlosigkeit besonders aktiv sind, wachsen lassen und so mehr selbstloses Handeln befördern, sodass ich den Schluss ziehe, dass wir eine gewisse Weiterentwicklung unserer Spezies, zu einer engeren und solidarischeren, hilfsbereiten Weltbevölkerung miterleben können.

Altruismus ist ein Gebiet indem die Wissenschaft momentan angestrengt forscht. Viele Fragen sind noch offen und Antworten nicht immer ganz gesichert.

Aus rein biologischer, evolutionärer Sicht, macht er Sinn, wenn die Gruppe bzw. Spezies vom Verhalten, in diesem Falle dem Altruismus, profitiert. Das beantwortet dann auch die Frage, wie unser selbstloses Handeln mit der Evolutionstheorie zusammenpasst, denn es wird nicht nur nach dem stärksten Individuum, sondern auch Gruppe selektiert.

Aber auch wie bei der Liebe, die wir ja in der letzten Folge behandelt haben, solltest du dir unbedingt noch ein Quäntchen Raum für Romantik und Geheimnis offen lassen.

Ich hoffe diese Folge hat dir gefallen! Vergiss nicht Wissensbisse zu folgen bzw. zu abonnieren.

Mein Name ist Daniel und ich wünsche dir eine schöne Woche. Versuche mit offenem Herzen durch den Tag zu gehen und anderen zu helfen, wenn du es kannst, und zwar auch ohne, dass du auf eine Gegenleistung hoffst. Denn, dein Hirn wird dich schon genug mit Glückhormonen für deine gute Tat belohnen.

Bleib aufrecht und bis zum nächsten Mal – hier – bei Wissensbisse

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